Carl Roesch und Margrit Roesch-Tanner entstammten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten. Carl Roesch kommt 1884 im deutschen Dorf Gailingen zur Welt. Er wächst bei seiner Grossmutter an der Hintergasse in Diessenhofen in einem kleinhandwerklichen Milieu auf. Ginge es nach seiner Familie, müsste er eine handwerkliche Lehre machen. Erst nach längerem Hin und Her kann er eine Ausbildung als Maschinenzeichner am Technikum Winterthur beginnen und später an die Kunstgewerbeabteilung wechseln. Anschliessend folgen Studiensemester in Karlsruhe und München. Schon früh muss er die Kosten der Ausbildung und für den Lebensunterhalt weitgehend selber verdienen.
Ganz anders sind die Voraussetzungen für Margrit, die 1880 in St. Gallen in die Stickerei-Fabrikantenfamilie von August und Johanna Tanner geboren wird. Sie wächst in einem Umfeld auf, in dem Fragen der Ästhetik und der Gestaltung schöner Dinge von zentraler Bedeutung sind. Schon als 16-jährige beginnt ihre Ausbildung zur Künstlerin. Sie studiert an der École des Beaux-Arts in Genf, nimmt Zeichenunterricht beim Zürcher Künstler Hermann Gattiker und vervollständigt ihr Können in München im fortschrittlichen Lehr- und Versuchsatelier von Wilhelm Debschitz.
In München treffen sich die zwei Kunstschaffenden und finden trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft zusammen. Die Heirat erfolgt 1911 und von da an leben sie bis zum Tod von Margrit Roesch-Tanner 1969 zusammen in Diessenhofen. Hier bauen sie in den 1930er Jahren ein modernes Atelier- und Wohnhaus.
Das Atelier gehört zu den ersten Flachdachbauten im Thurgau und legt bis heute Zeugnis ab für die moderne Haltung des Künstlerpaars.
Biografie Carl Roesch
Kontaktadresse
Carl und Margrit Roesch-Stiftung
Markus Landert, Stiftungsratspräsident
Lachenstrasse 25a
8500 Frauenfeld