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Veranstaltungsüberblick 2017

Ateliersammlung Carl Roesch

Steinerstrasse 7
8253 Diessenhofen
Gruppenführungen auf
Anfrage (max. 15
Personen)

Kontakt:

helga.sandl@carl-roesch.ch
beatricehanhart@bluewin.ch
info@carl-roesch.ch

Museum & «Fondation Roesch»

Über hundert Werke
zeigen einen Querschnitt
durch das langjährige
Schaffen von Carl und
Margrit Roesch-Tanner

Film «Carl Roesch
− Leben und Werk»

von Hansueli Holzer,
permanent in den
Ausstellungsräumen





Urs Roesch


Wer zu Besuch kam, musste zuerst den über Carl wachenden Cerberus Trudi Vetterli überwinden. Sie war der gute Geist, der den Künstlerhaushalt nach Margrits Tod in Ordnung hielt. Dass spät abends noch Kunstfreunde und Kunstliebhaber kamen, sah Trudi nicht gern. Wir waren uns einig, dass immer wieder auch Leute Einlass suchten, die hofften, am traulichen Abend einen Vorteil für sich zu erwirken.
Trudi liess längst nicht alle ein. Frauen hatten es dabei schwerer, ihr Misstrauen zu überwinden. Die Versuche der Nachfolgerin Dr. Freivogels vom Museum zu Allerheiligen, Tina Grütter, mit Carl in Kontakt zu treten, blockte Trudi ab. Hätte er das entdeckt, wäre er fuchsteufelswild geworden. Die dem Künstler zugetane Tildy Hanhart liess Trudi nur dank Carls strikter Weisung ein. Die beiden Chefsekretärinnen der Thurgauer Kantonalbank begrüsste Trudi dagegen freudig. Sie kamen ja als gute Kundinnen, da sie im Auftrag der Bank Bilder kauften – geschäftstüchtig war Trudi.
Trudi Vetterli wirkte schon lange vor dem Tod von Margrit im Hause Roesch. Ihr Vater starb jung, 1916, und liess eine mausarme Familie zurück. Ein Sozialfall ohne soziales Netz! Trudi (1899–1997) übernahm als Siebzehnjährige den Haushalt. Ihre Mutter und die ältere Schwester Emma verdienten in schlecht bezahlten Stellen gerade mal das Notwendigste.
Päuli (1909–2000), beim Tod des Vaters siebenjährig, verdiente bald als Einkaufshilfe bei Roeschs etwas dazu. Sie war ein begabtes Kind und wurde von Margrit und Carl bald fast wie eine Tochter behandelt und dementsprechend gefördert. Verschiedene Bilder und Zeichnungen zeugen vom Interesse der beiden für das Kind. Später arbeitete Päuli bei Carls Schulkollege Giovanni Läuchli, der in Rom als Chef der italienischen Nationalbank ein grosses Haus führte. Sie wurde zu einer weltgewandten Dame und machte Karriere. Zurück in der Schweiz besuchte sie die Roeschs von Zürich aus regelmässig.

Urs Roesch (*1925), der Neffe von Carl und Margrit Roesch, ist Erbe des Nachlasses des Künstlers.